Duo Jürg Wickihalder / Chris Wiesendanger

Jürg Wickihalder legt mit A Feeling for Someone seine erste Platte mit eigener Musik vor: im Duo gespielt mit dem Zürcher Pianisten Chris Wiesendanger.

Man kann die acht Kompositionen dieser CD auch als Film hören, als die Vertonung von wichtigen Begegnungen und Erfahrungen des Saxophonisten. Es sind besondere Lieder geworden, sehr gesanglich. Als er aus dem Studio kam, sei ihm bewusst geworden, dass die meisten Stücke jeweils mit einem Musiker, der einmal sehr wichtig für ihn war, verbunden sind. Ridge Dancers für Ornette Coleman – nichts Harmolodisches, sondern ein Bild, das passt. Autumn Child zu Miles Davis, The Coach zu Duke Ellington, The Sun zu Charlie Parker, Apology zu Stan Getz, The Last Breath zu Steve Lacy und Caring zu Coltrane. Es geht ihm dabei nicht um kompositorische Details, vielmehr um Zuordnungen: Spürbares, Intuitives, Intimes auch.

Nebst den Eigenkompositionen von Jürg Wickihalder beinhaltet das Duo-Live-Programm aber auch selten gehörte Kompositionen von Charles Mingus, Steve Lacy, Thelonious Monk und anderen Innovatoren des Jazz. Dabei entsteht eine Musik von ungewöhnlicher Unmittelbarkeit, eine Musik, die sich immer wieder erneuert und die Strukturen und Melodien der Kompositionen aufs Neue befragt. Nebst einer gehörigen Portion Spielwitz und verspielten Ausflügen in freiere Musikwelten (ständig im Bewusstsein und einer tiefen Verbundenheit und Vertrautheit zurJazztradition), sind ruhige, ja poetische Momente für das Duo charakteristisch.


Jürg Wickihalder presents with A Feeling for Someone his first CD with his own music: a duo with pianist Chris Wiesen­danger.


The eight compositions on this CD can be understood as a movie, as the soundtrack of important encounters and experiences. The results are special songs, simple, beautiful things, very melodic.
When he left the studio, he was aware that the pieces generally had to do with a particular musician who had at some point been important to him. Ridge Dancers for Ornette Coleman – nothing harmolodic, but an image that fits. Autumn Child has to do with Miles Davis, The Coach with Duke Ellington, The Sun with Charlie Parker, Apology with Stan Getz, The Last Breath with Steve Lacy and Caring with Coltrane. The point is not the compositional details, but rather the associations: something felt intuitive, even intimate.

Booking (Constanze Schliebs, Berlin): www.asianetwork.de


Jürg Wickihalder (* 1973 in Glarus/CH)

lebt als Saxophonist und Komponist in Zürich. Jazzschule Luzern 1989-92, Berklee College of Music 1992-95. Unter­richt bei Steve Lacy, Joe Viola, George Garzone. Leiter des „Jürg Wickihalder Overseas Quartet“ (CD „Furioso“, Intakt 153), Duo mit dem Pianisten Chris Wiesendanger (CD „A Feeling For Someone“, Intakt 134). Leiter des 14-köpfigen „Jürg Wickihalder Orchestra“ (CD "Narziss und Echo", Intakt 209). Zahlreiche Live-Projekte in verschiedenen Formationen sowie Soloprogramme. Zahlreiche Werkaufträge und Auszeichnungen.

Chris Wiesendanger (pianist, composer)

Geboren in einer musikalischen Familie am 11.10.1965, begann er mit 3 Jahren auf dem Flügel und dem Cembalo der Eltern zu improvisieren und Gehörtes nachzuspielen. 10 Jahre klassischer Klavierunterricht bei Fritz Muggler.

Beginnt mit 16 Jahren erste Konzerte zu spielen, wobei der Zürcher Jazzclub Bazillus eine wichtige Rolle zu spielen beginnt. Dort nämlich konzertiert er mit vielen Schweizer und Internationalen Jazzmusikern. Franco Ambrosetti, Roman Schwaller, Hans Kennel, Eddie Harris, Ray Anderson, Michael Brecker, Lester Bowie um nur einige zu nennen.

Nach der Matura geht sein Weg ganz klar in Richtung Berufsmusiker. Viele Konzerte im In – und Ausland. Konzerte auch an diversen Festivals; Umbria Jazz Festival Italien, North Sea Festival Den Haag, Montreux Jazzfestival, Estival Jazz Lugano, Pori Festival Finnland, New Port Festival New York usw.

Von 1993 –94 spielt er mit Andreas Vollenweider in Europa, USA, Japan und Australien.

Danach mehrfache, längere Aufenthalte in New York. Beginnt dort auch vermehrt Sessions und Konzerte mit der jüngeren Generation von Jazzmusikern zu spielen. Kurt Rosenwinkel, Mark Turner, Jeff Ballard, Reid Anderson, Ben Street, Donny McCaslin, Ben Monder, Alex Sipiagin usw.

1998 erhält er von der Stadt Zürich einen grösseren Werkbeitrag, den er für ein Studium an der renommierten Juillard School of Music / NY einsetzt, wo er klassische Komposition und Theorie studiert.

CD Produktionen mit dem Nonett Undersong (auf eigenem Label knockknock), seinem Trio (Chris Wiesendanger Trio/Live At Moods (Brambus) / Chris Wiesendanger Trio/Bardo (altrisuoni)), mit seinem New Yorker Quartett Urban Village (FreshSound NewTalent) mit Mark Turner, Ben Street und Nasheet Waits, mit seinem Hammondorgel -Trio Organ-X (A Time To Talk / Privave Records) und als Sideman auf vielen anderen Produktionen.

Zurzeit spielt Chris Wiesendanger mit folgenden Formationen. Im Duo mit dem Saxofonisten Jürg Wickihalder, in 2 Trios (WWU mit Christian Weber und Dieter Ulrich / und mit Daniel Studer und Christian Wohlfahrt). Und mit seinem Nonett Undersong. Im Herbst 05 startet er ein neues Sextett mit Hans Koch, Raphael Camenisch, Szu Wa Hwu, Daniel Pezzotti, Gerald Cleaver.

Als Komponist, Improvisator und Pianist, sucht er Musik zu entwickeln, die

sich auch ausserhalb der traditionellen Sprache des Jazz bewegt. Das Erweitern und Sprengen von musikalischen Grenzen sind zentrale Anliegen in seiner Musik.

Er beschäftigt sich mit jeder stilistischen Art von Musik. Jede seiner Gruppen widmet sich anderen Aufgaben.

Chris Wiesendanger unterrichtet auch an der Musikhochschule HMT Winterthur / Zürich und der Musikhochschule MHS Luzern.

Neben seinen musikalischen Tätigkeiten arbeitete er während 2 Jahren

im Vorstand des Zürcher Jazzclubs Moods mit und ist zurzeit auch in der Popkreditkommission der Präsidalabteilung der Stadt Zürich tätig.

 

Ausserdem studiert er an der Musikhochschule HMT Theorie und Komposition bei Felix Baumann, klassisches Klavier bei Erna Ronca und elektronische Musik bei Gary Berger.